Die wichtigsten Informationen
über Genossenschaften

Dieses Video erklärt Ihnen einige Besonderheiten der Genossenschaften. Für individuelle Fragen kontaktieren Sie uns gerne.

Das Genossenschaftswesen

Die Genossenschaften sind demokratisch verfasste Unternehmen mit förderwirtschaftlicher Zielsetzung. Aus diesem Grund betitelt man sie auch als Förderwirtschaftsverein, da sie Verein- sowie Unternehmenscharakter besitzen. Bekannte Genossenschaften, sind beispielsweise: LIDL, Rewe, Edeka, die Sparkassen und die Raiffeisenbanken. Es ist eine Gesellschaft mit nicht geschlossener Mitgliederzahl, die vor allem die Förderung des Erwerbes oder Wirtschaft ihrer Mitglieder mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebs bezweckt. Der Gedanke hinter der Genossenschaft ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern die bestmögliche Unterstützung der Mitglieder und deren sozialer oder Kultureller belange zu fördern (§ 1 GenG). Sie ist ein Zusammenschluss von Menschen mit ähnlichen Problemen, Interessen oder Zielsetzungen, die gemeinsam nach wirtschaftlichen Lösungen für ihre Anliegen suchen -> Selbsthilfegemeinschaften.

Das deutsche Genossenschaftswesen verdankt seine Entstehung und Entwicklung vor allem den Bestrebungen von Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Erstmalig geregelt wurden die Genossenschaften im preußischen Gesetz vom 27.03.1867, das mit Änderungen am 04.07.1868 als Norddeutsches Bundesgesetz verkündet wurde und ist demnach älter als das BGB (Jan. 1900).

Die Genossenschaft ist allein und ausschließlich der Förderung der Interessen ihrer Mitglieder verpflichtet. Diese sind als Kunden und Eigentümer die Nutznießer der Leistungen des genossenschaftlichen Unternehmens. Geleitet vom Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten wird die Arbeitsweise von Genossenschaften von den Prinzipien der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung bestimmt.

Mitglieder einer eG können natürliche und juristische Personen werden. Die Mitglieder haften nur mit ihren Geschäftsguthaben, eine Nachschusspflicht kann ausgeschlossen werden.

Genossenschaften sind nach § 1 GenG zur Förderung ihrer Mitglieder, sowie ihrer kulturellen und sozialen Belange verpflichtet. Leistungen, welche die Mitglieder im Rahmen der Förderung erhalten, sind also gesetzlich geboten, in das mitgliedschaftliche Rechtsverhältnis eingebettet (s.a. § 18 GenG) und führen auf der Seite der Genossenschaft zu gewinnmindernden Betriebsausgaben und auf der Seite des Mitgliedes nicht zu verdeckten Gewinnausschüttungen gem. § 8 KStG.

Beispiele für Förderleistungen der Genossenschaft sind u.a. die Unterstützung ihrer Mitglieder bei Aus- Fort- und Weiterbildungen, die Erbringung von sozialen und kulturellen Nebenleistungen als Teil des gesamtwirtschaftlichen Leistungspaketes, die Steigerung der Lebensqualität, die Schaffung gemeinsamer Werte zur physischen und psychischen Stabilität, sowie die Förderung der Existenzsicherung der Mitglieder unter Berücksichtigung der sozialen Wertschöpfung und ökonomischen Stabilisierung der Mitgliederhaushalte. Dementsprechend kann man fast ausnahmslos, sämtliche private kosten betrieblich absetzen.

Aufgrund dieser gesetzlichen Zielsetzung ist die Genossenschaft berechtigt, im Nachhinein (am Kalenderjahresende) einen im sogenannten „Mitgliedergeschäft´´ erzielten Überschuss nachträglich an die Mitglieder auszuschütten (=Rückvergütung) und diese Zahlung als Betriebsausgabe – bereits durch Bildung einer Rückstellung – abzuziehen. Einzelheiten sind in § 22 KStG geregelt. Nur eine Genossenschaft hat dieses Privileg, es gilt nicht für andere Gesellschaftsformen. Durch diese gesetzliche Regelung werden Zahlungen an Mitglieder als steuerliche Betriebsausgaben gehandelt, die bei einer anderen Kapitalgesellschaftsform eine (-verdeckte) Gewinnausschüttung darstellen würde.

Die eG ist aufgrund der internen Kontrolle durch den Aufsichtsrat und die unabhängige Prüfung durch den Genossenschaftsverband die mit weitem Abstand insolvenzsicherste Rechtsform in Deutschland mit einer Insolvenzquote < 0,1%.

Entfaltet die Genossenschaft ihren Geschäftsbetrieb überwiegend mit Mitgliedern der Genossenschaft und erwirtschaftet 90 % ihrer Umsätze mit Mitgliedern, tritt eine Befreiung von der Körperschaftssteuer nach § 5 Abs 10 KStG und somit auch der Gewerbesteuer nach § 3 Nr. 15 GewStG ein. Das ist überwiegend bei Wohnungsgenossenschaften der Fall, diese Regelung findet aber auch bei Familiengenossenschaften Anwendung, die überwiegend ihre eigenen Immobilien verwalten.

Nach Ansicht von Wirtschaftswissenschaftlern birgt das Genossenschaftsmodell aufgrund seiner flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten zudem ein hohes innovatives Potential, weshalb es nicht nur für mittelständische Unternehmen, sondern auch für Existenzgründer, Angehörige freier Berufe, Kommunen, Verbraucher sowie Konsumenten geeignet ist.

Vorteile auf einen Blick

  • Schutz des Vermögens vor dem Zugriff fremder Dritter
  • Nur der Geschäftsanteil kann gepfändet werden, sofern nicht bereits im Vorfeld abgetreten
  • Immobilien und sämtliche Vermögenswerte sind Sondervermögen der Genossenschaft
  • Kein Zugriff von Gläubigern eines Mitgliedes auf die Immobilien und das Vermögen der Genossenschaft
  • Ihr lebenslanges Wohnrecht in der selbst genutzten Immobilie ist gesichert
  • Kein Verlust der Immobilien und des Vermögens bei Scheidung, Pflegebedürftigkeit, Hartz IV, Insolvenz
  • Trennung von operativem Geschäft und Vermögen in Produktivgenossenschaften
  • Im Rahmen ihrer Förderung erhaltene Leistungen sind für die Mitglieder steuerfrei
  • Mit umfangreichen Förderzwecken senken Sie Ihre Steuerlast ganz erheblich
  • Genossenschaftliche Rückvergütungen an die Mitglieder sind ebenfalls steuerfrei
  • Mieteinnahmen der Genossenschaft sind gemäß § 5 Körperschaftssteuergesetz (KStG ) und § 3 Gewerbesteuergesetz (GewStG) von diesen Steuerarten befreit
  • Schenkung und Vererbung von Immobilien und sonstigem Vermögen ohne Erbschaftssteuer oder Schenkungssteuer möglich
  • Regelung der Erbschaft schon zu Lebzeiten ohne entsprechende Erbschaftssteuer
  • Die Zerschlagung des Erbes durch einzelne Erben ist nicht möglich
  • Strukturierte Erbengemeinschaft mit bewährten und klar definierten gesellschaftsrechtlichen Spielregeln
  • Großer Gestaltungsspielraum bei Vererbung von Vermögenswerten an (entfernte) Verwandte oder Fremde ohne die entsprechende Steuerlast (Erbschaftssteuer, Schenkungssteuer)
  • Nutzung langjähriger unternehmerischer Erfahrungen von Know-how-Trägern trotz negativer Kreditmerkmale
  • Möglichkeit alleine oder im Team im vollem Umfang aktiv am wirtschaftlichen Geschehen teilzunehmen
  • Einhaltung der gesetzlichen Einkommensgrenzen bei persönlicher Insolvenz durch kreative Entlohnungssysteme
  • Aufbau von Rücklagen innerhalb der Wohlverhaltensphase
  • Kein Zugriff auf das Vermögen der Genossenschaft seitens der Gläubiger des Neustarters
  • Die Mitgliederliste wird innerhalb der Genossenschaft geführt, im Genossenschaftsregister erkennbar sind ausschließlich die Gründungsmitglieder

Dadurch das Mitglieder, Kunden sowie Eigentümer sind, sind sie die Nutznießer der Leistungen des genossenschaftlichen Unternehmens. Dadurch kann man sich selbst als Arbeitnehmer anstellen und dadurch wieder in die gesetzliche Krankenversicherung gelangen.

Unsere Dienstleistungen

Die Hermes Hüs eG bietet Ihnen Gründungsberatung und Unternehmensberatung für Genossenschaften und Europäische Genossenschaften -SCE- an

Die Hermes Hüs  eG gründet in Ihrem Auftrag Genossenschaften und Europäische Genossenschaften für jeden Anwendungsfall. Wir bieten Ihnen in gestaffelten Angeboten das „rundum Sorgenlospaket“ an. Neben der Unterstützung bei der Gründung der Genossenschaft, mit der die besprochenen Ziele verfolgt werden können, bereiten wir die Gründungsversammlung vor, empfehlen einen gesetzlichen genossenschaftlichen Prüfungsverband, begleiten die Maßnahmen zur gutachterlichen Äußerung des genossenschaftlichen Prüfungsverbandes gem. GnG § 11 (2) Satz 3, gestalten mit Ihnen die Satzung, beraten bei der Auswahl und Besetzung der Organe derGenossenschaft, schlagen Ihnen Dienstverträge und Geschäftsordnungen nach genossenschaftlichen Regelungen vor, etc. etc. Wir beraten Sie Im laufenden Geschäftsbetrieb zu folgenden Geschäftsfeldern:
  • Marketing und Vertrieb von Angeboten und Dienstleistungen
  • Genossenschaftliches Belegwesen und Controlling
  • Mitgliederwerbung und Organisation des Mitgliedergeschäftes und der Mitgliederförderung

Wer sind die Menschen hinter der Hermes Hüs eG?

Mein Name ist Daniel Hermes, 24 Jahre alt, und ich bin als verbandsgeprüfter Genossenschaftsberater der Repräsentant der Familiengenossenschaft Hermes Hüs eG. Mein Abitur mit dem Schwerpunkt Business Studies habe ich in Belfast abgelegt und stehe kurz vor dem Abschluß zum Wirtschaftsjuristen.

Aufgewachsen bin ich in einer Unternehmerfamilie, die bis 2016 ein mittelständisches Unternehmen in der fleischverarbeitenden Industrie mit 150 Mitarbeitern geführt hat. Unternehmerisches Denken habe ich von Klein auf wie meine zwei jüngeren Brüder auch quasi am Küchentisch gelernt. Leider haben sich in den vergangenen Jahren etliche langjährige Betriebe dieser Branche wirtschaftlich nicht mehr halten können und auch meine Eltern mußten schlußendlich unser Traditionsunternehmen verkaufen.

Diese Jahre haben mich, dessen Plan es war, langfristig die Firma zu weiterzuführen, stark geprägt.  Mußten meine Eltern schon vor dem Firmenverkauf die Erfahrung machen, daß die hochdotierten Berater in keinster Weise die in sie gesetzten Erwartungen erfüllten, hat sich in dieser existenzbedrohenden Ausnahmesituation ganz klar gezeigt, daß aus dieser Richtung auf den ausgetretenen Wegen des Systems keine Hilfe zu erwarten war.

Da meine Eltern jedoch zu der Firma nicht auch noch ihr privates Lebenswerk  verlieren wollten, Aufgeben keine Option war und das Volumen nicht die Konsultierung eines Vermögensverwalters gerechtfertigt hätte, fanden sie nach langer und verzweifelter Suche – durch Glück und Zufall -schließlich die sprichwörtliche „Nadel im Heuhaufen“; die Lösung aller ihrer Probleme in Form einer Famliengenossenschaft.

Dass diese nur eine Variante der vielfältigen, auf jede Lebens- und Firmenkonstellation anpaßbare

Genossenschaftlichen Lösungen darstellt und welche ungeahnten Möglichkeiten sich in vermögensabsichernder, steuerlicher, krankenversicherungstechnischer, erbrechtlicher und vielerlei weiterer Hinsicht bietet, hat sich meiner Familie erst nach und nach durch „gelebte Genossenschaft“ wirklich erschlossen.

Heute, nach knapp zwei Jahren gelebter Genossenschaft, können wir sagen, dass der Schutzwall Familiengenossenschaft sämtlichen juristischen Attacken Dritter abschließend standgehalten hat und aus dem ursprünglichen Zweifel, ob die Genossenschaft tatsächlich die in sie gesetzten höchsten Erwartungen erfüllen würde, die absolute Überzeugung und Begeisterung für dieses überaus flexible Sicherungsmodell erwachsen ist. Hätte meine Familie noch zu Firmenzeiten von den genossenschaftlichen Möglichkeiten gewußt  – womöglich sogar von einer Produktivgenossenschaft – wäre uns viel erspart geblieben.

Die logische Konsequenz ist für mich, andere, juristische wie natürliche Personen, die sich gerade in diesen unkalkulierbaren Zeiten jederzeit ähnlichen Schwierigkeiten oder vielfältigen Begehrlichkeiten ausgesetzt sehen könnten, mit meinem Wissen weiterzuhelfen und den Weg in die eigene genossenschaftliche Unabhängigkeit zu bereiten.

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